Wie wird man Skilehrer in Österreich?

Wie wird man Skilehrer in Österreich?

Freude am Winter statt Winterdepression

Ich habe das große Glück, dass meine Eltern mich schon früh mit zum Skifahren genommen haben und wir jedes Jahr für mindestens eine Woche in die Berge gefahren sind. Obwohl ich ca. 7 Stunden von den Alpen entfernt aufgewachsen bin, konnte ich mit 16 die erste österreichische Skiausbildung, den Anwärter machen und arbeite seither jeden Winter für die Skischule Alpine Faszination in St. Anton am Arlberg. Die graue, triste Stadt hinter mir zu lassen und stattdessen jeden Morgen in den Bergen aufzuwachen, gehört für mich mit zur besten Zeit im Jahr.

Wie ist die Ausbildung in Österreich aufgebaut?

Außer dem Burgenland verfügt jedes Bundesland in Österreich über einen Skilehrerlandesverband. Die Termine lassen sich einfach im Voraus auf den verschiedenen Internetseiten herausfinden. Hier eine Auflistung der einzelenen Verbände:

Die Ausbildung beginnt mit dem Anwärter. Hierbei handelt es sich um eine 10-tägige Ausbildung, in der der Schwerpunkt auf das Unterrichten von Anfängern gelegt wird. Dies reicht vom Gewöhnen an das Skimaterial bis hin zur Liftnutzung und zum Pflug steuern. Tagsüber wird am Berg trainiert und abends gibt es weitere Theoriestunden als Vorbereitung für die Prüfung.

Nach dem Anwärter folgt der Landeslehrer, der sich in 3 Teile gliedern lässt.

  • Landeslehrer 1 (10 Tage)
  • Landeslehrer 2 (10 Tage)
  • Alpinkurs (7 Tage)

Beim Landeslehrer 1 wird vorwiegend das Eigenkönnen in allen Bereichen geschult. Dies umfasst Gelände, Buckel, Riesentorlauf auf Technik, Carven und das Schulefahren. Im Anschluss an den Unterricht am Berg werden weitere Themen abends in der Theorie behandelt. Der Kurs schließt wie alle anderen Kurse auch am Ende mit einer praktischen und einer theoretischen Prüfung ab.

Der Landeslehrer 2 legt den Schwerpunkt auf Schulefahrten und Lehrmethoden. Behandelt werden alle Techniken bis hin parallelen Kurven kurz und lang dynamisch. Hinzu kommt noch eine Lehrprobe am Berg. Abgeschlossen wird der Kurs wieder mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung.

Durch den Alpinkurs wird ausschließlich das Führen von Gruppen im freien Gelände geschult. Der Schwerpunkt liegt sowohl in der Theorie als auch der Praxis auf Schnee-, Gelände- und Lawinenkunde.

Skifahrer im freien Gelände, Bäume im Hintergrund

Mit einer vollständigen Landeslehrerausbildung ist man rechtlich dazu befähigt Gäste mit ins Gelände zu nehmen, solang die Fahrt an einem Lift beginnt und endet. Aufsteigen im Gelände ist Ski- und Bergführern vorbehalten. Außerdem entspricht diese Ausbildung internationalen Standards und es ist deshalb möglich, auch in anderen Ländern (Frankreich und Schweiz ausgenommen) zu unterrichten.

Der staatlich geprüfte Skilehrer stellt die dritte Stufe des Ausbildungssystems dar und dauert ca. 10 Wochen. Diese erstrecken sich über die ganze Saison. Die Ausbildung wird nicht mehr von jedem Bundesland selbst organisiert, sondern von der Bundessportakademie Innsbruck durchgeführt. Sie umfasst neben dem Skilauf auch noch Snowboard, nordischen Skilauf und alternative Schneesportarten. Durch eine Eignungsprüfung wird schon im Vorhinein das Können überprüft. Nur wer diese besteht, wird für den Kurs zugelassen.

Als Skiführer hat man die höchste österreichische Ausbildungsstufe erreicht und ist dazu befähigt Gäste nicht nur mit ins Gelände zu nehmen, sondern auch Skitouren zu führen und wieder aufzusteigen.

Was verdient man als Skilehrer in Österreich?

Das Gehalt hängt stark von den einzelnen Skischulen ab. Für jede Ausbildungsstufe gibt es allerdings ein Mindestgehalt, was die Skischulen nicht unterscheiden dürfen. Reich wird man in einer Wintersaison in der Regel nicht. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es gelegentlich auch mein ein gutes Trinkgeld von zufriedenen Gästen geben kann.

Größere Skischulen bieten in der Regel auch für relativ geringe Mieten eine Unterkunft in Skilehrerhäusern an. Dies wird dann direkt vom Gehalt abgezogen. Da meine Skischule sehr klein ist, habe ich mir meine Unterkunft immer selbst gesucht und oft abends noch gegen Kost und Logis im Hotel gearbeitet.

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